2016

 

2016, hmmm, was schreibt man über eine Saison, die in Summe nicht sehr ergiebig war. Neben den Arbeiten an meiner Kluft, habe ich wieder versucht, mir einige neue Gebiete anzusehen. An knapp 40 Tagen war ich unterwegs, aber leider konnte ich keinen wirklichen Neufund tätigen. Bei der Nachsuche an zwei meiner Fundstellen vom Jahr 2015, konnte ich jeweils noch ein nettes Stück bergen, einmal einen Bergkristall und einmal eine kleine Rutilstufe mit einem exzellenten Zwilling.

Im August war ich wieder mit einem Freund für eine mehrtägige Tour in der Hintermuhr, aber da dieser Sommer sehr unbeständig war, hat uns in der ersten Nacht der angekündigte "Sprühregen" dann doch etwas überrascht. Wir waren zwar gut ausgerüstet, aber Schlechtwetter in dieser Höhenlage ist dann doch eher ungemütlich. Am zweiten Tag entschieden wir uns zu Mittag, dann doch einen Tag früher wieder abzusteigen, das Risiko in ein schweres Gewitter zu kommen war uns dann doch zu groß.

Aufgrund privater Veränderungen hatte ich im Herbst nicht so oft Zeit um Touren zu unternehmen, trotzdem war ich ein paar mal unterwegs. In einem Seitengraben des Zederhaustales konnte ich an einer Stelle Calcite mit kleinen Bergkristallen finden, bei einem späteren Besuch dieses Grabens bin ich an anderer Stelle über eine kleine offene Kluft gestolpert, leider hatte die Erosion dort schon so gut wie alles zerstört.

Im späteren Herbst begab ich mich wieder in eines meiner Lieblingsgebiete in der Hintermuhr um Rutile zu suchen. Zwar ist auch dieses Gebiet schon gut abgesucht, aber dank seiner Steilheit arbeitet hier die Erosion schnell und mit etwas Glück findet man ja vielleicht doch etwas. Da ich im Frühjahr eher taleinwärts gesucht hatte, beschloss ich im Herbst eher in die Gegenrichtung zu suchen. Mittlerweile suche ich schon lange genug nach Mineralien um zu wissen, dass die Wahrscheinlichkeit etwas zu finden eher gering ist, bin ich doch nicht der Erste und Einzige der auf der Suche ist, auch sind die fündigen Gebiete eher überschaubar. So war ich auch nicht sonderlich überrascht, als ich nach kurzem Aufstieg bereits die ersten bearbeiteten Stellen vorfand. Aber da ich daran ja gewöhnt bin, stocherte ich an den Stellen etwas herum, sah mir die Umgebung der jeweiligen Fundstellen genauer an, lernen kann man ja immer etwas und deponierte dann dort meinen Rucksack. Ich begann meinen Suchradius zu erweitern und fokussierte mich auf einen nahe gelegenen, zum Teil überwachsenen, steilen Hang. Als ich am Fuß des Hanges entlangging, fielen mir in der Mitte einige ankristallisierte Quarzbänder auf, was in diesem Gebiet allerdings nichts bedeutet, denn es gibt davon so viele, dass man es fast schon als inflationär betrachten muss, gibt es doch dort meist nichts zu holen. Beim Begutachten der Stelle, fiel mir in etwa 4 Metern Höhe über dem Hangfuß eine Stelle auf, die nicht so recht ins Bild passte. Glücklicherweise war der Hang zur Linken der Stelle mit Gras und kleine Sträuchern bewachsen, ansonsten wäre ein erreichen nicht möglich gewesen. Ich stieg dorthin auf und nachdem ich ein bisschen loses Material entfernt hatte, sah man schon, dass sich dort eine Störung befand. Die Anzeichen waren so eindeutig, dass ich innerlich einen Sprung machte, man sah schon Anzeichen für Bergkristalle, Dolomit und Calcit, auch der gute Kluftanzeiger Chlorit war vorhanden. Ich begann also mit der Arbeit, vorsichtig und so großräumig als möglich, was aufgrund der etwas unbequemen Position gar nicht so einfach war, löste ich Material und versuchte Stufen zu bergen. Leider zerbröselten viele Stücke direkt nach der Bergung, die Erosion hatte den Mineralien zum Teil schon sehr stark zugesetzt. Nachdem ich einige Zeit gearbeitet hatte, fiel mir auf, dass sich auf einigen Stücken feine Rutilnadeln zeigten und bei näherer Betrachtung zeigten sich in den angrenzenden kleinen Kluftrissen immer wieder Stellen, die dicht mit feinen Nadeln besetzt waren. Da sich der Tag langsam dem Ende zuneigte und die Temperaturen schon empfindlich gesunken waren, belegte ich die Stelle und packte meine Fundstücke so vorsichtig als möglich ein. Nach einigen Tagen war ich wieder vor Ort um die Arbeit fortzusetzen, immer in der Hoffnung, dass sich doch ein größerer Hohlraum auftun möge, mit schönen Kristallen, langen Rutilnadeln. Leider waren die Hohlräume im ganzen immer eher klein, so dass sich die Erwartungen nicht ganz erfüllten.

Ich war danach noch zweimal in diesem Gebiet unterwegs, allerdings ließen sich zu diesem Zeitpunkt viele Stellen nicht mehr begehen, da sie bereits mit zentimeterdicken Eisschichten bedeckt waren.

Im Anschluß einige Impressionen der Saison 2016!